Tag 11: Am Cap Fréhel

Tag 11: Am Cap Fréhel

Wir sind nun 10 Tage in Nordfrankreich unterwegs und haben durchwegs tolle Tage verbracht. Die Highlights aus unserer Sicht waren der Mont-Saint-Michel, das Golfen auf den Klippen von Étretat und auch die Stadt Saint Malo hat uns sehr gut gefallen. Es kommt so langsam richtiges Bretagne-Feeling auf und wir genießen die immer rauer werdende Küste. Wir haben eine sehr ruhige Nacht verbracht hier auf dem CP bei Fréhel. Nur der Regen, der aufs Dach trommelt, hat uns aus den Träumen geholt am Morgen.

Beim Hupen Brot

Wir beginnen gerade unser Frühstück am Tisch im Auto als wir eine Autohupe hören, die immer wieder gedrückt wird. Wir wundern uns und sehen erstmal nichts um uns herum. Als es dann wieder sehr laut hupt entdecken wir einen kleinen Kombi mit der Aufschrift „Boulangerie“, und es wird uns schlagartig klar. Hier will uns niemand ärgern oder ein Halbstarker seine Hupe ausprobieren, sondern wir erleben echten Campingplatz-Luxus mit der Zustellung von frischem Backwerk! Ich stürze also zunächst in die lange Hose und dann raus während Birgit zum Fenster hinauswinkt, um den Baguette-Shuttle anzuhalten. Wieder was gelernt.

Die zweite Hälfte des Frühstücks genießen wir mit frischem Baguette und brechen dann bald auf in Richtung Campingplatz-Einfahrt. Dort benutzen wir die Duschen im Waschhaus und spülen das Geschirr. Auch Womi darf Wasser lassen. Nach dem Auschecken bei der Reception fahren wir die letzten wenigen Kilometer zum Cap Fréhel, der berühmten Landspitze, die ich schon beim letzten Besuch vor 15 Jahren so spannend fand.

Das Cap Fréhel ist eine Landspitze an der Smaragdküste (Côte d’Emeraude) mit beeindruckend steilen und auch hohen Klippen. Der rosa-farbene Granit und der rötliche Sandstein prägen zusammen mit den blühenden Blumen das Aussehen des Cap. Der gesamte Bereich ist Vogelschutzgebiet. Man sieht viele Vögel, die hier zum Nisten die vorgelagerten Inseln, Schluchten und kleinen Landzungen benutzen.

Das Cap Fréhel

Wir haben Glück: kurz vor unserer Ankunft hört der leichte Regen auf und wir passieren den Checkpoint vor dem Parkplatz. Der junge Mann will 5€ von uns bevor wir Womi locker auf dem Platz abstellen können. Da es mittelstark windet, legen wir unsere windfeste Kleidung an und wandern an den wuchtigen Gebäuden mit dem Leuchtturm aus den 50er Jahren vorbei in Richtung Cap. Schilder warnen uns vor den Abgründen und erinnern uns, dass wir die Flora und Fauna so zurücklassen sollen, wie wir sie auffinden.

Wir verbringen knapp zwei Stunden am Cap und spazieren die verschiedenen Wege ab. Es ist alles sehr beeindruckend und dramatisch. Tatsächlich ist es so windig, dass ich mich nicht traue, näher an die Ränder ranzugehen als unbedingt nötig. Nicht dass doch eine Böe mich erfasst und zu einem Schritt zu viel verleitet. Wir speichern sehr viele Bilder und Videos auf unsere mitgebrachten elektronischen Geräte und kehren mit frisch durchgeblasenem Kopf und wilden Frisuren zurück zum Parkplatz. Die Brotzeit mit leckeren Pain au Chocolat vom Baguette-Auto von heute morgen haben wir uns verdient. Am Tisch planen wir unsere weitere Route und verbröseln gnadenlos das Reisetagebuch.

Die Reiseroute wird uns die nächsten Tage weiter an der Nordküste entlang führen. Es warten viele schöne Küstenstädte und Buchten auf uns. So machen wir uns vom Cap Fréhel auf in Richtung Westen und passieren Plévenon und die Stadt Sable d’Or les Pins. Das Aussehen der Gegend verändert sich merklich. Man sieht immer mehr Kiefern (les „pins“) und es wird irgendwie „südlicher“. Das Klima scheint es möglich zu machen, dass auch Palmen wachsen. Später werden wir sogar noch deutlich mehr davon sehen. Ein schöner Golfplatz lacht uns an aber wir lassen ihn links liegen.

Wir kürzen den folgenden Weg ein wenig ab und nehmen die Landstraße. Bei Trégueux kurz vor Saint Brieuc entdecken wir ein „Buffalo Grill“ Restaurant und weil der Hunger siegt, schlemmen wir dort und vertilgen Spare Ribs und Burger. Sehr unfranzösisch, ich weiß. Da wir nur so mittelmäßig mit dem Wetter zufrieden sind, gewinnen wir etwas an Land und fahren in Richtung Norden weiter, bis wir in Binic einen Camping Municipal ansteuern, der unser Übernachtungsplatz sein soll. Ich verhandle mit der netten Dame am Empfang einen schönen Platz mit tadellosem Blick auf die schöne Bucht. Als ich aber sehe, dass das Gelände sehr stark abfällt, wird mit etwas mulmig. Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber bei solchen Gefällen bin ich immer skeptisch, ob die Bremse das Auto auch wirklich hält. Letzten Endes parke ich so, dass ich eine Picknickbank vor dem Auto habe und lege Keile unter. Trotzdem werde ich in der folgenden Nacht nur so mittelmäßig schlafen, trotz der schönen Platzes.

SchlauiWomi
Camping Municipal des Fauvettes
13 rue des Fauvettes
22520 Binic-Étables-sur-MerGPS: 48.605845, -2.820471
http://www.binic-etables-sur-mer.fr/camping-municipal-les-fauvettes/

Im nächsten Artikel geht es weiter nach Paimpol und Tréguier, einer sehr schönen alten Stadt. Und wir erreichen einen sehr schönen Campingplatz direkt am Meer, den wir gerne weiterempfehlen.

 

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