Tag 12: Über Tréguier und Beauport bis zur Ile-Grande

Ile Grande

Als wir am Morgen auf dem Camping Municipal bei Binic aufwachen, ist das Wetter nicht besonders schön. Der Regen vom gestrigen Abend hat durchgehalten bis in den Morgen, die Wege sind nass und Regentropfen finden sich auf der Autoscheibe. Ich selbst habe nicht so besonders gut geschlafen. So schön die Aussicht von unserem Stellplatz auf die Bucht vor Binic auch ist, so mulmig ist mir auch gewesen, ob unser Womi auch sicher fest gestanden hat. Der Platz fällt doch merklich ab in Richtung Meer. Aber alles ist gut und wir machen uns auf zu einem frühmorgentlichen Spaziergang noch vor dem Frühstück. Der Ausblick ist einfach zu verlockend.

 

Direkt unterhalb unseres Stellplatzes geht ein Serpentinen-Weg hinter zum Strand, eingerahmt durch Nadelbäume. Nach 10 Minuten erreichen wir den Strand neben dem Hafen. Es sieht alles ein wenig trist aus, wohl wegen des bedeckten, regnerischen Wetters und der frühen Uhrzeit. Zur Saison ist hier bestimmt mehr los, denn wir sehen auch einige Umkleidehäuschen. Auf der Suche nach einer Boulangerie werden wir auf die Schnelle nicht fündig und laufen wieder zurück zum Campingplatz. Ein paar wettererprobte Jugendliche aus Schottland im passenden Rock trotzen dem frischen Wetter und spazieren um deren Zelt als wir uns freuen, wieder im warmen Womi zu sein.

Abbaye de Beauport

Wir brechen bald auf und setzen unsere Route an der Küste entlang fort. Die Route führt uns weiter nach Nordwesten über Plouha bis nach Paimpol. Mit frischem Backwerk von einer Boulangerie auf der Strecke ausgestattet ist unser nächster Stopp der Parkplatz bei der Abbaye de Beauport in der Nähe von Paimpol. Wir genießen dort unser spätes Frühstück bevor wir uns aufmachen, die Ruine der ehemaligen Abtei zu erkunden. Die Abtei entstand im 13. Jahrhundert und ist heute ein Monument Historique, also ein Denkmal von historischem Wert. Wir spazieren ein wenig durch die Gegend, ein Weg führt an der Abtei vorbei zur direkt dahinter liegenden Küste. Ein empfehlenswerter Spaziergang, hat man von da einen schönen Blick auf Wasser und die Bauten von der anderen Seite. Das Wetter wird auch deutlich besser und die Sonne schickt uns erste Strahlen.

 

Als wir die Straße in Richtung Westen weiter fahren, hat sich die Sonne vollends durchgesetzt. Die Stadt Paimpol lassen wir beiseite, allerdings wäre sie durchaus einen Besuch wert. Ab hier beginnt die „Côte de Granit Rose„, die Rosengranitküste. Der Küstenabschnitt hier zwischen Paimpol und Trébeurden weiter im Westen ist bekannt wegen seiner oft bizarren Felsenformationen aus rötlichem Granit. Ihr werdet bald Fotos davon sehen.

Tréguier

Wir erreichen eine Stunde später den Ort Tréguier und sind begeistert wegen des schönen Parkplatzes direkt am Wasser. Der perfekte Ort für einen Nachmittagsschlaf und der Ausgangspunkt für eine Stadtbesichtigung zu Fuß. Die Innenstadt erreichen wir nach einem Fußweg von vielleicht 15 Minuten den Berg hinauf. Zentrum des kleinen Städtchens mit seinen vielen Fachwerkhäuschen ist ein großer Marktplatz um die zentrale Kirche. Wären da nicht die vielen Autos, die sich durch den Platz kämpfen, wäre es eine romantische Szene mit den Geschäften und Cafés. Die Kirchenglocken läuten wie wild und wir schauen uns die Kirche mal näher an.

Die Basilique de St. Tugdual mit ihren gotischen Bauformen stammt aus dem 14. Jahrhundert und war früher Sitz des Bistums Saint-Brieuc. Bei unserer Besichtigung übt ein Kind auf der Empore ein Lied auf der Geige und wir bemerken viele Damen und Herren in edlen Roben, die anscheinend auf das Eintreffen des Hochzeitspaares warten. Darum verlassen wir den akuten Bereich der Kirche und genießen die Stimmung auf dem Vorplatz zusammen mit einigen anderen Touristen. Fazit: Tréguier ist einen Besuch wert. Unten am Wasser parken und hochspazieren.

Wir setzen unseren Weg weiter fort und passieren Lannion, biegen dann aber wieder nach Norden ab und folgen der Straße nach Perros-Guirec. Entweder ist es tatsächlich das schöne Wetter oder die Gegend wird tatsächlich immer „südlicher“. In den Vorgärten wachsen riesige Blumenstauden und immer mehr Palmen. Da es schon so langsam dem Abend entgegen geht steuern wir unserem Campingplatzziel auf der Île Grande entgegen.

L’Île Grande

Tatsächlich ist die Île Grande eine Insel in der Gezeitenzone vor den Ortschaften Pleumeur-Bodou und Trébeurden. Wir haben gelesen, dass sie ein beliebtes Urlaubsziel ist und bald ist uns auch klar, warum. Der Camping Municipal du Dourlin liegt direkt am Strand. An einer Seite steht man sogar direkt an der Dünenseite zum Wasser. Dies ist aber leider vollkommen besetzt und wir suchen uns einen schönen Platz auf dem Wiesengelände, nicht weit weg vom Strand. Um uns herum viele Franzosen, die mit ihrer Familie dort Urlaub verbringen und anscheinend nicht zum ersten Mal da sind. Gekonnt werden da Boote und sonstiges Equipment vom Hänger abgenommen, vorbereitet und zum Wasser getragen. Unser Abend besteht aus einem gemütlichen Grill-Abendessen und natürlich einer Tour zum Wasser. Natur pur! An den Steinen und Felsen am Wasser finden wir interessante Algenpflanzen und viele Muscheln, die sich an den Steinen festgesaugt haben.

Die Île Grande und der Camping du Dourlin ist ein wunderbarer Ort. Hier könnte man es tatsächlich länger aushalten. Im Rückblick ist dies einer der Top-Stellen, wo wir gerne wieder kommen wollen bei nächsten Reisen.

Video vom Tag 12

 

SchlauiWomiCamping Municipal du Dourlin
Le Dourlin, l’Île-Grande
22560 Pleumeur-Bodou
GPS: 48.799105, -3.584031
http://www.pleumeur-bodou.com/camping-municipal-du-dourlin-l-ile.html

 

 

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