Tag 13: Über Lannion und Morlaix bis zum Fährhafen Roscoff

Tag 13: Über Lannion und Morlaix bis zum Fährhafen Roscoff

Es ist ein freudiges Erwachen, als wir auf dem Campingplatz auf der Île Grande die Jalousien runterziehen und den ersten morgendlichen Blick aufs Grün der Umgebung wagen. Ein schöner Ausblick, sind wir doch nur einen Steinwurf von der Wasserlinie der Küste entfernt. Diesen Campingplatz können wir wegen seiner Nähe zum Strand wahrlich empfehlen. Wir frühstücken mit altem Brot, was uns aber die Laune nicht sonderlich verschlechtert. Merke: Französisches Baguette ist am Tag 1 nach dem Kauf alt.

Wir wollen weiter. Für Womi gibt es an der Rückseite des Sanitärhauses ein paar Kannen frisches Wasser und dafür darf Womi sein altes Wasser auch da lassen. Wir machen uns auf den Weg weiter nach Westen. Die Route führt zunächst wieder runter von der Île Grande und stößt auf die D788. Diese führt uns weiter nach Trébeurden, das mit seiner schönen Bucht lockt – wie an so vielen weiteren Stellen der Bretagne-Küste, an denen wir noch vorbeikommen werden. Etwas weiter zurückgesetzt im Landesinneren stoßen wir dann auf Lannion.

Lannion ist seit einiger Fahrtzeit wieder eine etwas größere Stadt mit knapp 20.000 Einwohnern. So besonders interessant finden wir sie aber nicht, lediglich das gelbe, deutsche Verkehrsschild „Günzburg 1251 km“ erregt unsere Aufmerksamkeit. Günzburg, eine bayerische Kleinstadt, ist die Partnerstadt von Lannion. Bei Durchfahren sehen wir einen potentiellen Wohnmobil-Stellplatz direkt am Fluss Léguier (48.733184, -3.468078), der interessant sein könnte.

Ein Traum von einer Boulangerie

Boulangerie Moulin d'EliseWeiter geht die Straße nach Süd-Westen, nach Morlaix. Für uns an sich auch nicht unbedingt ein traumhafter Fleck, wir wollen heute keine Stadt besichtigen. Neben dem Stadtring, auf Höhe des Flughafens „Morlaix-Ploujean“ entdecken wir eine wunderbare Bäckerei und können nicht widerstehen. Zwar nicht besonders idyllisch in einem Industriegebiet gelegen, lockt uns aber das schöne Außendesign ins Geschäft und wir werden nicht enttäuscht. Wir machen ja sonst keine Werbung für Bäckereien hier, aber die Pâtisserie & Boulangerie „Moulin d’Elise“ (Rond-Point de la Vierge Noire, 29600 Morlaix) ist den Ausflug wert! Wir füllen natürlich unsere Vorräte auf.

Der Fährhafen Roscoff

Unsere Route führt ab hier ein wenig ländlicher durch verschiedene Bretonische Dörfer. Die Steinhäuser werden immer schöner und wir sehen immer mehr von den Palmen in den Vorgärten oder Straßenrändern. Das Klima scheint es gut zu meinen hier weit „draußen“. Schon bald erreichen wir den größeren Fährenhafen Roscoff. Unser Plan war eigentlich, hier irgendwo zu parken und ein wenig die Schiffen anzukucken. Mit ein wenig Fernweh spazieren gehen, so zu sagen.

Schlaui Womi
Roscoff
Auch Roscoff ist eine Korsarenstadt. Die Landspitze, an deren Ende im Norden die Stadt liegt, ist schon fast am Ende des Ärmelkanals hin zum offenen Atlantik. Auf der anderen Seite des Kanals gegenüber liegt Plymouth in England. Neben der Altstadt mit der Kirche „Notre-Dame-de-Kroaz-Baz“ und den zum Teil sehr prächtigen alten Korsarenhäusern liegt außerhalb des Kerns der Stadt der moderne Fährhafen Roscoff. Hier starten Fähren nach England und Irland. Da das alte Hafenbecken bei Ebbe sehr wenig Wasser führt, wurde der Anlegepunkt durch einen langen Steg nach außen verlagert. So erreicht man auch bei Niedrigwasser die vorgelagert Insel Île de Batz.

 

 

Aber es ist wieder Sonntag, Ihr erinnert euch an das Debakel in Honfleur, es ist kein Parkplatz für Womi zu kriegen, der irgendwie halbwegs nahe zum Hafen liegt. Genervt drehen wir ab und recherchieren einen Stellplatz. Es ist zwar erst früher Nachmittag aber wir wollen jetzt mal alle Viere gerade sein lassen. Direkt am Meer fahren wir den „Air de Laber Camping Car“ an. Das Navigon Navi spielt verrückt, und so fahren wir ein wenig hin und her, drehen um, fahren wieder hin und her, also der Klassiker, bis wir endlich die Route du Laber finden.

Fragt mich nicht, ich habe bis heute nicht herausfinden können, was „Laber“ bedeutet. Vielleicht ein Eigenname. Wir erreichen schließlich den Wohnmobil-Stellplatz, der bereits gut gefüllt ist. Am Ende parken wir Womi in die Reihe, mit Blick auf das Wasser, das aber leider gerade seinen Spaß wo anders hat. Wir haben Ebbe. Bald nach unserer Ankunft parkt neben uns ein deutscher Womo-Kollege ein mit seinem riesigen bimobil-Aufbau. Nach einem kleinen Schwätzchen genießen wir unseren Abend an Bord mit leckeren Kässpatzen aus heimischer Küche und „freuen uns“ über den endgültig zusammengebrochenen Satelliten-Empfang unserer Automatikanlage auf dem Dach. Also kein TV heute Abend.

Im nächste Artikel geht es weiter bis zum Westlichsten Punkt unserer Reise. Und von einem Traumstrand zum nächsten. Und zu den gigantischen Felsen von Brignogan-Plage. Und und und !

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