Tag 4: An der Küste entlang über Dieppe bis nach Fécamp

Frischer Fisch in Fécamp
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Nach dem „Dänemark-Feeling“ an unserem Stellplatz am Camping Les Galets de la Mollière mit seinen Dünen und Sandstrand (siehe letzter Artikel) haben wir nach einem zünftigen Abendessen im Womi gut geschlafen und sind am nächsten Morgen bald losgefahren. In direkter Nähe, nur den Strandweg entlang, kommt das Seebad Cayeux-sur-Mer. Wir freuen uns auf die erste richtige Tuchfühlung mit dem Meer und spazieren am Kiesstrand entlang. Die unweigerlichen nassen Hosen nehmen wir (also eher nur ich) gerne in Kauf.

Die Hafenstadt Le Tréport lassen wir links liegen und fahren weiter nach Süd-Westen der Küste entlang. Der nächste Stopp führt uns bei Etalondes in einen Leclerc Supermarkt, wo wir unsere Lebensmittelvorräte auffrischen. Erneut erstaunt über die Auswahl der Fleischereiprodukte in Plastikverpackungen geht es bald weiter auf einer eher unspektakulären Strecke.

 

Zwischenstopp an der Strandpromenade von Dieppe

Wir erreichen die größere Hafenstadt Dieppe und schlängeln uns die engen Straßen entlang in Richtung Hafen. Ein großer Parkplatz erwartet uns dort an einem Platz, was die Amerikaner „Marina“ nennen würden. Überhaupt erinnert mich dieser Stadt/Hafen/Strand-Bereich an den Marina-Bereich in San Francisco bei der Golden Gate Bridge. Ein großer unbebauter ebener Vorplatz am Strand, dahinter aufgereiht eine Häuserzeile mit Strandblick und auf der anderen Seite der Strand. Aber in Dieppe sieht man an der Seite nicht die Presidio-Hügel mit der bekannten roten Brücke sondern Kalkfelsen mit einer alten Burg.

Schlaui WomiDieppe ist mit über 30.000 Einwohnern ein Hauptort des Bezirks innerhalb des Départments Seine-Maritime. Und wie im letzten Artikel erwähnt, sind wir bereits in der nördlichen Normandie. Der Küstenabschnitt heißt Alabasterküste und trägt seinen Namen aufgrund der Farbe der bis über 100 Meter hohen Steilklippen. Wir werden noch bis Le Havre an der Alabasterküste entlang fahren. Der Name „Dieppe“ kommt vom englischen „deep“ (zu deutsch: tief) und bezieht sich auf die günstige Hafengeographie. Unter Napoléon III wurde Dieppe als Gegenstück zum englischen Brighton als Seebad ausgebaut.

Wir finden einen Platz für Womi mit gutem Ausblick und genießen erstmal einen Snack vom Gasherd und als Nachtisch einen Käsekuchen aus dem Leclerc von heute morgen. Es sind zwar viele Autos hier auf dem Parkplatz, aber die dazu passenden Menschenmassen finden wir glücklicherweise nicht am Strand und genießen den Spaziergang entlang der Strandpromenade. Bevor wir weiterfahren, machen wir mit Womi einen Schlenker auf den Klippenberg und sind überrascht von der tollen Aussicht über Dieppe, den Strand und die alte Burg, die 1433 erbaut wurde und heute das Stadtmuseum beheimatet.

Bucht von Dieppe Panorama
Bucht von Dieppe Panorama

Wir verlassen Dieppe und nutzen die Seitenstraßen, um möglichst nahe an der Küstenlinie unsere Route weiter fortzusetzen. Es folgt ein richtig schöner Abschnitt mit immer wieder schönen Plätzen zum Zwischenstopp, wie bespielsweise kurz vor Hautot-sur-Mer oder Sainte-Marguerite-sur-Mer. Alte Städte mit schönen alten Kirchen und Herrenhäusern säumen den Weg, und immer wieder einen traumhaften Blick auf das Meer mit hoch aufragenden Felsklippen.

Frischer Fisch im Hafen von Fécamp

Kurz vor 17 Uhr erreichen wir das Etappenziel für heute, die Hafenstadt Fécamp. Wir haben dort von einem Wohnmobil-Stellplatz gelesen und finden ihn auch direkt im Handelshafen. Der kostenlose Stellplatz ist im Prinzip nur eine Reihe von Parkplätzen an einer Lagerhalle entlang, allerdings mit einem tollen Blick auf den Hafen und die gegenüber liegende Altstadt. Wir ergattern den vorletzten Parkplatz und rangieren rückwärts in die Lücke. Es hat was von Kuschelcamping, aber wir haben ja dennoch einen schönen Ausblick aus unserem Fahrerhaus. Ein kurzer Ratsch mit den französischen Nachbarn bringt uns den Tipp für einen Fischmarkt, der hier ums Eck jeden Freitag und Samstag. Es wird mal Zeit für ein leckeres Fischabendessen und so spazieren wir direkt los und werden in wenigen Hundert Meters fündig.

Wir schmunzeln über den alten Oldtimer-2CV, der uns vor dem Eingang begegnet und betreten die kleine Halle des „Marché aux Poissons“. Ein super Tipp, was für ein Paradies für Frischfischfans. Wir bummeln lange an den Tischen entlang und googeln uns die Finger wund, um halbwegs zu verstehen, welche Fische das sind. Wir entscheiden uns für ein Filet vom Lieu Noir, auf deutsch Köhler. Im Carrefour City auf der anderen Seite des Hafenbeckens besorgen wir am Heimweg noch Reis und französischen Cidre für Abendessen. Birgit zaubert ein leckeres Mahl mit dem frischen Fisch und wir lassen den Tag entspannt ausklingen.

Morgen soll es weitergehen nach Etretat zum Golf. Ich verrate so viel, ein echtes Highlight der Reise! In Kürze erfahrt ihr mehr davon.

 

 

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