Mit dem Wohnmobil an der französischen Nordküste entlang: Tag 1 & 2 bei den „Schti’s“ am nördlichsten Startpunkt der Reise

Mit dem Wohnmobil an der französischen Nordküste entlang
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Mit dem Wohnmobil nach Frankreich – Herzlich willkommen bei unserem neuen Wohnmobil Reisebericht in die Normandie und Bretagne! Hier ist unser erster Bericht der Artikelserie über unsere Nordfrankreich-Fahrt. Nach einer längeren Anfahrt starten wir im hohen Norden und fahren der Küstenlinie entlang nach Westen. Und nun viel Spaß!

Als es gegen Ende Juni so richtig heiß bei uns ist, startet unser Jahresurlaub. Wir wollen dieses Jahr nach Frankreich. Ich war früher sehr oft dort, vor allem in Süd-West-Frankreich. Mein letzter Besuch in der Bretagne ist auch schon über 20 Jahre her, damals noch mit Kumpels und Zelt. Ich erinnere mich noch, dass wir damals nach einigen Tagen früher abgebrochen haben, weil es dauerhaft geregnet hat, und als das Wasser durch das Zelt auf den Schlafsack getropft ist, war es uns genug. Gereift sind in der Zwischenzeit nicht nur wir, sondern auch unsere Ausstattung. Wir haben Womi und sind gut ausgerüstet, auch für schlechtes Wetter. Dieses verwöhnt uns allerdings momentan mit über 30 Grad, so dass wir eher froh wären, es wäre kühler. Wir setzen fest auf ein wenig Meeresbrise an der Küste.

Wir haben es auch dieses Mal wieder nicht geschafft, rechtzeitig loszukommen. Als wir nach dem ganzen Geräume und Verabschieden von unserem Kater sowie einer schier endlosen Gasflaschen-Tauschaktion bei Metro auf die Autobahn fahren, ist es bereits 19:30 und wir rollen in Richtung Westen. Immer wieder beneide ich Camperkollegen, die nicht so weit fahren müssen, aber wir schaffen es oft nicht am ersten Tag, die Grenzen zu überqueren. Und so auch dieses Jahr, wir schaffen es über Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim bis Kaiserslautern.

Es war in der Zwischenzeit dunkel geworden und die Stellplatz-App bietet uns eine Übernachtungsmöglichkeit am Schwimmbad an. Wir fahren dies durch die nächtliche Innenstadt an und nähernd uns über ein eher gewerbemäßiges Viertel auf einen Hügel dem Ziel. Uns kommt das ganze aber etwas unheimlich vor. Weit und breit kein anderes Auto, ein verlassener Parkplatz ohne groß Beleuchtung. Wie man ja weiß, ist die beste Sicherheitsmaßnahme das eigenen Bauchgefühl und so beschließen wir in Sekunden hier nicht zu übernachten. Nach einer weiteren Fahrt zurück in die Innenstadt und auf der Suche nach einem Platz bleiben wir an einem innerstädtischen Parkplatz in der Nähe der Gartenausstellung stehen und übernachten dort.

Wir wachen bald morgens auf und haben eher schlecht geschlafen, die hohen Temperaturen machen besonders mir zu schaffen. Im Auto ist es ja noch viel heißer und bei kaum Wind kühlt es im Inneren ja auch schlecht ab. Da sich der Parkplatz an dem frühen Morgen schon merklich um uns herum füllt, brechen wir umgehend auf und verschieben das Frühstück auf später. Bei der nächsten passenden Möglichkeit nutzen wir dazu einen schmucken Autobahnparkplatz bei Ramstein im Landstuhl. Wir freuen uns über Brot von unserem Bäcker, die leckere Erdbeermarmelade von Den Gamle Fabrik aus Dänemark und über im Omnia-Ofen frisch aufgebackene Fertig-Croissants von Feinkost Albrecht (auf dem Weg ins leckere Croissant-Land – lach).

Dieses Mal nicht weiter mit der Fähre auf die Insel. Unsere Anreise durch Luxemburg, Belgien bis nach Nord Pas-de-Calais

Unser Ziel für den zweiten Tag war der Norden Frankreichs, le Nord Pas-de-Calais. Bei unseren Fahrten nach Schottland durchquert man ja die kleine Passage im Norden von Oostende in Belgien kommend in Richtung Dunkerque zur Fähre nach Calais. Ich finde, das ist ein ganz besonders interessanter Bereich, so flach und irgendwie eine besondere Atmosphäre dort an der Kanalküste. Das wollten wir am Beginn unserer Reise an der Nordküste entlang etwas genauer anschauen dieses Mal. Nach einer kurzen Etappe durch Luxemburg (ich wollte einfach nicht wieder durch das ganze Belgien durchfahren) und einer neuen Route durch die Wallonie waren wir bei Lille angekommen. Dazwischen gab es noch einen Stopp an einem Rastplatz, dem Aire de Tellin, bei wir uns die obligatorischen belgischen Pommes gönnten. Erwähnenswert ist übrigens noch die überraschend gut gemachten Entsorgungsplätze für Wohnmobile, die sich am Autobahnparkplatz in Luxemburg fanden. Diese große Stadt Lille umschifften wir und nahmen den Weg in Richtung Westen zur Küste hin.

Bienvenue chez les Chti’s

Wer kennt ihn nicht, den Film des französischen Komikers Dany Boon, auf deutsch „Willkommen bei den Schti’s“. Im Film wird ein anfangs schnöseliger Südfranzose in den absoluten Norden strafversetzt und prallt dort auf die andere Kultur. Viele Szenen spielen in Bergues, einer kleinen Stadt im Départment Nord in der Nähe von Dunkerque. Das mussten uns natürlich anschauen und haben einen Zwischenstopp gemacht. Tatsächlich findet man im Stadtzentrum den aus dem Film bekannten Glockenturm und auch das Rathaus kommt uns bekannt vor. Immer noch ist es sehr heiß und wir spazieren durch die Innenstadt. Womi konnten wir gut parken auf dem Stadtplatz. Wir haben unsere erste Begegnung mit Butter-Croissants in den Boulangieren und 2CV Enten auf der Straße für dieses Jahr. Es sollte nur der Anfang sein …

Nach der kleinen Promenade in Bergues sind wir zurück auf die Autobahn und steuerten Bray-Dunes an, einer Strandortschaft ganz im Norden, fast an der Belgischen Grenze. Zuerst wollten wir den dortigen Campingplatz besuchen, sind aber lieber auf den Stellplatz vor dem Platz ausgewichen, wo bereits ein paar wenigen Wohnmobile standen. Mit der Kartenapp des Smartphones stellten wir schnell fest, dass es nicht weit zu laufen ist, bis man zur Strandpromenade kommt. Also haben wir bald die Hühner gesattelt und sind aufgebrochen, wir hatten auch Hunger. Die Kleinstadt ist die nördlichste Gemeinde Frankreichs und bietet eine lange Strandpromenade. Zu unserer Urlaubszeit im Juni war nicht sehr viel los, im Hochsommer ist dort bestimmt einiges geboten. Das flache Land und der weite Blick aufs Meer ist toll, obgleich die meisten Häuser sehr renovierungsbedürftig sind und insgesamt einen nicht allzu fürstlichen Eindruck hinterlassen. Auf der Rückseite der Promenade war bald ein Lokal gefunden und wir haben das erste Mal unsere Französischkenntnisse aktivieren können. Es gab leckere Pizza und das erste Mente à l’eau (Minzsirup).

Als wir zurück zum Auto kamen, hatten sich bereits mehrere andere Womos zu uns gesellt und rückwärts hinter uns zum Kuschelcamping eingeparkt. Na gut, wir standen immer noch vorne in der Schlange und hatte gute Aussicht. Anscheinend kann man an den Stränden gut reiten, denn vor uns waren zwei Pferdeanhänger geparkt. Die Einwohner kamen etwas später mit merklichem Hufgetrappel zurück.

Unsere weitere geplante Route

Bray-Dunes – dies war also unser Startpunkt für unsere Route entlang der Nordküste Frankreich. An dieser Stelle gehe ich gerne kurz auf unsere geplante weitere Route ein. Wir lieben das Meer, daher wollen wir auch dieses Jahr in Frankreich die Küsten bereisen. Wir haben vor, von diesem nördlichsten Punkt die Kanalküste entlang weiter nach Westen zu fahren. Zunächst hier durch die brandneue Region „Hautes-de-France“, die letztes Jahr durch eine Fusion der bisherigen Regionen Nord-Pas-de-Calais und Picardie entstanden ist, dann durch die Normandie und am Schluss durch die Bretagne.

Das war also unser erster echter Urlaubstag in Frankreich. Wir kennen diese gegen schon ein wenig durch die Fährenabfahrten bzw. den Tunnel sous la Manche bei Calais, hatten aber nie Zeit, uns mal auf einer der Strandpromenaden die Füße zu vertreten. Ich persönlich fand es ganz schön hier, Birgit war nicht so richtig begeistert und hatte sich wohl etwas anderes vorgestellt, als ich von „Strandpromenade“ sprach. Die Freude an Frankreich sollte sich aber sehr bald einstellen. Am Abend war es immer noch recht warm, wir sind bald ins Bett gefallen und haben von den weiteren Urlaubstagen geträumt. Viel mehr ist von den ersten beiden Tagen nicht zu erzählen.

Wart ihr schon einmal bei der Grauen Nase? Im nächsten Artikel über die Opalküste erfahrt ihr, wie wir uns auf den Seitenstraßen weiter in Richtung Picardie und deren Kanalküste geschlagen haben und welche schönen Plätze wir entdeckt haben.

 

Weiter zu Tag 3: Die Opalküste von Dunkerque bis nach Cayeux in der Picardie

 

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1 Kommentar


  1. Das macht so richtig Lust auf Urlaub. Wir sind begeistert! Danke für den wunderbaren Beitrag!

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