Nie mehr zum Wintercamping, ohne unseren Wohnmobil-Winterfest-Ratgeber gelesen zu haben

Nie mehr zum Wintercamping, ohne unseren Wohnmobil-Winterfest-Ratgeber gelesen zu haben

Lasst uns in diesem Artikel über Wintercamping sprechen! Wenn es Winter wird und die Temperaturen sinken, werden wir oft gefragt „Ist euch nicht kalt?“ oder „Ist euer Wohnmobil winterfest?“ oder auch „Friert das Wasser nicht ein im Wassertank?„. Ihr kennt das bestimmt auch, oder stellt ihr euch die gleichen Fragen? Die Antwort gleich vorneweg: Ja, Wintercamping ist mit einem wintertauglichen Wohnmobil oder Wohnwagen möglich und es macht sogar Spaß!

Ein paar Dinge sollte man beachten, denn so dies und das läuft im Winter anders als im Sommer. Unsere eigene Erfahrung der letzten Wintersaisons auf verschneiten Camping- und Stellplätzen haben wir hier in einem Ratgeber zusammengefasst. Viel Spaß beim Lesen!

Was sind die größten Herausforderungen beim Wintercamping?

Winterfestes Wohnmobil: Draußen Winter Wonderland, innen kuschelig warm und gemütlich: so geht Wintercamping.
So geht Wintercamping mit winterfestem Wohnmobil: Draußen Winter Wonderland, innen kuschelig warm und gemütlich.  Hier stehen wir in Ehrwald bei der Zugspitze.

Einige Abläufe beim Camping im Winter sind anders und bedürfen ein wenig Aufmerksamkeit. Wenn es kalt wird, dann ändern sich nicht nur die Fahrbedingungen der Straßen sondern auch die Umgebungsbedingungen für alle Einbauten und Flüssigkeiten im Auto. Folgende Punkte sind Probleme, denen man sich stellen bzw. vermeiden muss, um winterfest unterwegs zu sein:

  • Gefrierendes Wasser in Tanks und Leitungen im Fahrzeug
  • Höherer Bedarf an Brennstoffen zum Heizen (Gas oder Diesel)
  • Kälte wegen durchgekühltem Fahrzeug
  • Kälte wegen Wärmeverlust an schlecht isolierten Stellen am Auto
  • Schnee und Eis auf den Zufahrtsstraßen und am Campingplatz
  • Gefrorene Anbauten am Auto, Klappen und Dichtungen
  • Schnee auf dem Fahrzeugdach

Eine gute Heizung heizt alle kritischen Stellen mit

Entscheidend für das Wohlbefinden im winterlichen Wohnmobil ist natürlich eine angenehme Temperatur. Dies erreicht man problemlos durch eine ganz normale und in so gut wie allen Fahrzeugen verbaute Luftheizung, z.B. von Truma. Mit dem modernen CP-Plus Bedienteil von Truma lässt sich ganz einfach eine Temperatur einstellen. Mittels eines Temperaturfühlers im oberen Bereich des Autos wird dies kontrolliert und geregelt. Allerdings ist dies nicht nur für die Menschen im Womo angenehm, sondern auch für diverse Bauteile im Fahrzeug absolut wichtig. Feind Nummer eins ist gefrierendes Wasser.

Läuft die Heizung im Fahrzeug, wird nicht nur der Innenraum erwärmt, sondern auch alles, was sich innerhalb der Außenwände befindet und halbwegs durch Luft und Wärme erreichbar ist. Damit meine ich die verlegten Wasserleitungen vom Tank in die Wasserhähne, durchs Waschbecken wieder zurück und in die Abwassertanks. Und natürlich die Tanks selbst. Bei unserem Knaus Wohnmobil liegt der Frischwassertank direkt neben der Truma unterhalb der Sitzbank der Dinette und wird quasi durch die Abwärme der Truma-Heizung mit erwärmt.

 

Winterfeste Wohnmobile heizen den Abwassertank

Problematischer ist der Abwassertank, liegt er doch wegen der Schwerkraft tendenziell tief unterm Fahrzeugboden und somit oft außerhalb des Innenraums. Winterfeste Wohnmobile haben hier entweder eine eigene Abwassertankheizung, die elektrisch funktioniert, oder haben den Abwassertank in die Luftheizung integriert. So wie bei uns in unserem Knaus: Eine eigene Verzweigung der Heizluft führt – durch ein händisch zu bedienendes Klappventil gesteuert – um den Tank herum und bewahrt ihn vor der gefährlichen Abkühlung und dem Frost.

Ein Eimer fängt Abwasser auf und muss regelmäßig geleert werden
Ein Eimer fängt Abwasser auf und muss regelmäßig geleert werden

Mit geheizt werden muss auch der sogenannte Frostwächter. Dieses kälteempfindliche Bauteil befindet sich oft im Innenraum in einem Schrank oder wie bei uns in der Serviceklappe, wo Ablasshähne und Außensteckdose verbaut sind. Dieses Fach liegt direkt neben der Truma Heizung und wird auch mit deren Abwärme mitgeheizt. Mehr zum Frostwächter und seiner Funktionsweise weiter unten im Artikel.

Vertraut man seiner Abwassertankheizung nicht wirklich, oder hat man gar keine, gibt es noch die Möglichkeit, den Ablass-Hahn des Abwassers (Grauwasser) nach einer Entleerung an einer offiziellen Stelle offen stehen zu lassen und am Stellplatz einen flachen Plastikeimer darunter zu stellen. Dort sammelt sich dann nach und nach das Abwasser und gefriert im Eimer. Der Eisklotz bzw. das noch flüssige Grauwasser muss dann regelmäßig den Regeln entsprechend entsorgt werden.

Problematisch wird das natürlich während der Fahrt. Händewaschen, während man auf einem Autobahnparkplatz steht, geht so natürlich nicht. Ablaufendes Wasser könnte am Boden gefrieren und wird so zur Gefahr für Fußgänger und Autos – und Grauwasser ohne entsprechende Entsorgungseinrichtung einfach ablaufen zu lassen geht so und so nicht.

Fassen wir zusammen:

  • Ab ca. 7 Grad und kälter das Auto rund um die Uhr heizen, auch wenn man nur kurz nicht im Auto ist.
  • Heizung muss Bauteile wie Frischwassertank, Abwassertank und Frostwächter mit erwärmen.
  • Zusätzliche Abwassertankheizung einschalten, falls vorhanden.
  • Am Stellplatz im Zweifelsfall Grauwasserhahn offen stehen lassen und Eimer darunter stellen, der regelmäßig ausgeleert wird.

Warmes Wasser beim Wintercamping

Heißes Wasser auch im Winter: Truma Bedienteil für die Boiler-Temperatur
Heißes Wasser auch im Winter: Truma Bedienteil für die Boiler-Temperatur

Die allermeisten halbwegs modernen Fahrzeuge und Wohnwagen haben eine Combi-Heizung an Bord. Das bedeutet eine Kombination von Luftgebläseheizung und einem Boiler für warmes Wasser. Dieser Boiler lässt sich unabhängig von der Heizungseinstellung einschalten und sorgt auf Wunsch für heißes Wasser.

Im Winter ist das natürlich besonders angenehm, denn das Frischwasser aus dem Tank hat – trotz Heizung im Fahrzeug – bitter kalte Temperaturen. Zum schnellen Händewaschen, Abspülen oder Duschen ist erwärmtes Wasser ein Vorteil.

Beachtet, dass der Boiler mit Wasser gefüllt sein muss, bevor ihr den Boiler einschaltet. Dies geschieht, indem ihr am Waschbecken Wasser laufen lasst und die Mischbatterie auf komplett heißes Wasser dreht. Zuerst wird es Zischen und Pfeifen wegen der Luft im System, aber nach einigen Sekunden läuft dann Wasser ruhig und ohne Unterbrechung ins Becken. Dann ist der Boiler gefüllt.

Heizverteilung

Warmes Auto beim Wintercamping: Heizungsausströmer im Wohnraum
Warmes Auto beim Wintercamping: Heizungsausströmer im Wohnraum

Ein nicht ganz so erfreulicher Punkt ist die Verteilung der Wärme im Wohnmobil. Ich glaube, dass jeder, der im Winter sein Reisemobil heizt, diese Problematik kennt. Es wird einfach unterschiedlich warm. Egal ob die Truma-Heizung hinten eingebaut ist (oft im Kastenwagen) oder weiter vorne unter der Sitzbank am Tisch (wie bei vielen Teilintegrierten), die Wärme verteilt sich nicht gleichmäßig im Fahrzeug und es gibt wärmere und kältere Zonen. Ärgerlich, wenn Frau Camper hinten im Bett friert während Herr Camper vorne am Sitz schwitzt.

Diese Problematik lässt sich nicht endgültig lösen, auch eine große Anzahl an gut verteilten Heizungs-Ausströmern hilft hier wenig. Bei unserem Knaus zum Beispiel kommt aus den hinteren Auslässen fast überhaupt nichts Warmes raus, während vorne gut geheizt wird. Dazu kommt, dass bei Teilintegrierten gerne vorne das Fahrerhaus mehr auskühlt als der aufwändiger isolierte hintere Bereich.

Auch habe ich schon gelesen, dass es aus den Lüftungen des Ducato-Cockpits kalt hereinwehen kann, gerade wenn es draußen windig ist. Hier hilft wohl die Umstellung der Heizung auf Umluftbetrieb, damit die Luftkanäle nach außen geschlossen sind.

Ist ein Doppelboden wichtig?

Sicherlich gibt es Reisemobile, die für den Wintereinsatz mehr geeignet sind, als andere. So gibt es gerade in der höherwertigen Klasse ein Feature, das sich im Winter bewährt: der Doppelboden. Eine Luftschicht zwischen Fahrzeugunterboden und Fußboden im Auto isoliert und kühlt nicht so schnell aus. Oft sind Fächer im Doppelboden verbaut, entweder von außen durch Klappen erreichbar oder innen durch abnehmbare Deckel im Boden. Manchmal ist dieser auch beheizt und wird benutzt, um Leitungen und Tanks frostsicher unterzubringen. Sicher ein Vorteil im Winter. Aber notwendig für das winterfeste Vergnügen beim Camping-Spaß im Schnee?

Nein. Einen Doppelboden zu haben ist sicher schön, aber aus unserer Sicht absolut nicht notwendig, um ein winterfestes Wohnmobil zu haben. Unser Womi hat auch keinen Doppelboden und wir sind in allen Jahreszeiten unterwegs. Entscheidend dabei ist allerdings, dass wichtige Bauteile wie die Tanks und Leitungen durch die normale Heizung mit erwärmt werden und nicht einfrieren können. Weder im Stand noch bei der Fahrt.

Um es für die Füße gemütlicher zu machen, haben wir einen Teppich angepasst und verlegt.

Schlechte Isolation

Mit oder ohne Isolierhaube über dem Fahrerhaus - Schöne Aussicht oder zusätzliche Isolierung?
Mit oder ohne Isolierhaube über dem Fahrerhaus – Schöne Aussicht oder zusätzliche Isolierung?

Steht man eine gewisse Zeit beim Wintercamping merkt man schnell, welche Stellen des eigenen Fahrzeugs besser und welche schlechter isoliert sind. Ich selbst erinnere mich an eiskalte Türen eines Kastenwagens, den ich mir vor Jahren zum Camping ausgeliehen hatte.

Bei unserem Teilintegrierten sind im Vergleich zu einem Kastenwagen die Wände des Aufbaus besser isoliert. Trotzdem merkt man kalte Stellen, die einfach nicht gut genug dicht sind, wie zum Beispiel die Aufbautüre. Dort zieht es bei unserem Auto stark von unten rein. Wir behelfen uns mit einer älteren Decke, die wir dort in den unteren Teil des Ausgang platzieren.

Vielen Wohnmobilbesitzern ist das Fahrerhaus zu kalt und behelfen sich mit solchen Isolierhauben, die sie von außen um das gesamt „Gesicht“ des Ducatos wickeln. Das mag isolierend wirken, uns gefällt dies allerdings nicht. Wer fährt denn schon an einen schönen Platz und verrammelt sich dann die Aussicht mit einem solchen Monstrum? Aber das bleibt jedem selbst überlassen.

Ich habe außerdem von einer Lösung gehört, dass eine zusätzliche Warmwasser-Standheizung in den Fiat Ducato eingebaut wird, die – wie bei einem PKW – dann aus den Lüftungsöffnungen des Cockpits zusätzlich warm machen. Eine teuere und exklusive Lösung für besonders ausgeprägte Frostbeulen.

Abdeckungen für die Kühlschrank-Gitter

Weniger kalte Zugluft beim Wintercamping: Abdeckungen für die Kühlschrank-Lüfteröffnungen
Weniger kalte Zugluft beim Wintercamping: Abdeckungen für die Kühlschrank-Lüfteröffnungen

Im Winter sieht man sehr oft, dass Wohnmobilisten die Lüftungsöffnungen des Kühlschranken mit geschlossenen Plastikblenden verkleiden. Das macht auch absolut Sinn. Ist es besonders kalt draußen, gelangt durch die Öffnungen kalte Luft in den Innenraum und sorgt im schlechtesten Fall für unerwünschte Zugluft.

Diese Blenden gibt es im Zubehörhandel passend für die jeweiligen Öffnungen. Für unseren großen Dometic-Kühlschrank sind es beispielsweise diese Lüftungsgitter-Abdeckungen. Ihr müsst keine Angst haben, es bleibt ein Schlitz offen, so dass der Kühlschrank genug Luft bekommt. Wird es wärmer, müssen die Abdeckungen wieder runter.

Das Frostwächter-Ventil

Das Frostwächter-Ventil bewahrt den Boiler vor Frostschäden
Das Frostwächter-Ventil, hier im Bild geöffnet, bewahrt den Boiler vor Frostschäden

Kommen wir zu einem sehr wichtigen Bauteil, wenn es um Wintercamping geht. Das Frostwächter-Sicherheitsventil, oder kurz nur „Frostwächter„, schützt den Boilerbehälter der Combi-Heizung bei Frost.

Normalerweise ist das Ventil verriegelt. Das ist auch nötig, um das Wasser im Boiler, und indirekt auch im Frischwassertank zu behalten. Sinkt die Temperatur unter ca. 3 Grad öffnet sich dieses Ventil automatisch und lässt das Wasser aus dem Boiler nach unten ab. Bleibt das Wasser weiter im Kreislauf, und die Temperatur sinkt weiter, würde das dort gefrierende Wasser den Boiler und weitere Teile zerstören.

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum das Ventil bereits bei über Null Grad auslöst. Ganz einfach: Wenn durch Frost der Ablauf bereits zugefroren ist, ist es zu spät für eine Ablassung des Wasser. Der Ablauf wäre bereits verstopft. Hat das Ventil ausgelöst, lässt es sich erst ab einer Temperatur von mehr als 7 Grad wieder schließen.

Der Frostwächter ist übrigens auch im Sommer wichtig. Wenn ihr die Tanks entleert, dann unbedingt auch den Frostwächter von Hand öffnen (Drehregler um 90 Grad drehen). Sonst bleibt Wasser im Boiler stehen.

Was heißt das für das Wintercamping?

  • Beheizung des Fahrzeugs bei frostnahen Temperaturen nicht unterbrechen, auch nicht bei kurzfristiger Abwesenheit
  • Hat der Frostwächter dennoch temperaturbedingt ausgelöst, erst Fahrzeug beheizen, damit am Frostwächter mindestens plus 7 Grad herrschen, dann schließen und Tank mit Wasser befüllen.
  • Die Luftheizung nicht zugunsten eines Heizlüfters ausschalten. Dann ist zwar der Innenraum warm, aber der Frostwächter wird kalt und lässt möglicherweise das Wasser ab.

Versorgung mit Strom und Gas

Beim Wintercamping steigt der Gasverbrauch deutlich an
Beim Wintercamping steigt der Gasverbrauch deutlich an

Eines ist klar: Im Winter benötigt man mehr Strom und vor allem mehr Gas. Während im Sommer oder den Übergangsjahreszeiten nur wenig Heizleistung notwendig ist, gilt es im Winter gegen die kalten Temperaturen anzukämpfen. Es muss ein meist wenig isolierter bzw. durch Zwangsentlüftungen bewusst nicht ganz dichter Raum beheizt werden.

Läuft die Heizung bei Frost rund um die Uhr durch spricht man davon, dass eine 11 kg Gasflasche nur 2 – 3 Tage ausreicht. Wir können dies bestätigen. Das bedeutet den Flaschentausch beim Campingplatz oder beim Baumarkt alle paar Tage.

Gerade bei Reisen in kalte Landschaften, wo eine Gasversorgung nicht oder nur bedingt sichergestellt ist, bedeutet dies ein Problem. Ein Hoch auf diejenigen mit einer Diesel-Heizung. Es wird zwar auch mehr Treibstoff benötigt, aber durch den (gefüllten) Dieseltank des Fahrzeugs gibt es pauschal mehr Reserven. Das andauernde Schleppen und Wechseln von Gasflaschen entfällt.

Ergänzt man die Heizleistung durch elektrisch betriebene Heizlüfter oder läuft die Abwassertankheizung mit Strom, so steigt auch der Stromverbrauch im Winter deutlich an. Auf Campingplätzen mit schwach abgesicherten Stromanschlüssen kann es hier Probleme geben. Stolze Besitzer einer Photovoltaikanlage auf dem Dach sollten auch bedenken, dass im Winter generell die Sonneneinstrahlung nicht so stark ist, wie im Sommer. Auf den PV-Modulen liegender Schnee kann darüber hinaus die Stromerzeugung komplett lahmlegen.

Wichtig beim wintertauglichen Wohnmobilvergüngen:

  • Dran denken, dass Gasflaschen relativ schnell leer werden bei durchgehendem Heizen
  • Möglichkeiten für Gas-Nachschub (z.B. durch Flaschentausch) im Auge behalten
  • Hilfreich bei längeren Aufenthalten am einem Campingplatz sind große Gasflaschen, die extern angeschlossen werden (wenn Ausrüstung am Fahrzeug vorhanden)
  • Beim Heizen mit Heizlüftern auf die Produktqualität und Sicherheit des Lüfters achten

Fahren bei kalten Temperaturen

Vorsicht bei winterlichen Straßenverhältnissen! Das gilt mehr denn je auch für Wohnmobile und Wohnwagen-Gespanne. Bedenkt, ihr bewegt ein 3,5 Tonnen Gefährt oder noch schwerer über Schnee und Eis. Genauso wie bei einem PKW muss das Wohnmobil in winterfestem Zustand sein. Wer sich nicht sicher ist, der sollte vor dem Winter eine Werkstatt aufsuchen, die ihm hilft, Kühlerflüssigkeit und Spritzwasser mit Frostschutzmittel zu versehen, falls notwendig.

Gute Winterreifen sind für Wintercamper absolute Pflicht und passende Schneeketten gehören im Winter in die Gepäckgarage. Fallen die Temperaturen so langsam in Richtung Frostbereich, heißt es aufpassen beim Fahren. Schnell können Stellen rutschig werden und das Mobil in Bedrängnis bringen. Fuß vom Gas und Abstand halten. Standardprogramm – wie auch im Sommer – ist die Prüfung der Beleuchtungen vorne, seitlich und hinten am Fahrzeug. Bei Gespannen natürlich den Hänger nicht vergessen.

 

Anbauten, Klappen und Luken

Wenn es draußen klirrend kalt ist und man sich innen wohlgeheizt gut fühlt, vergisst man leicht, dass das Auto außen trotzdem steifgeforen ist. Bedenkt das und überlegt euch gut, ob ihr irgendwelche Klappen und Fenster öffnen müsst. Dachluken sind oft durch Schnee und Eis festgefroren und sollten nicht mit Gewalt geöffnet werden. Für den Betrieb des Gasherds muss eine Frischluft-Möglichkeit geöffnet sein. Macht lieber ein Seitenfenster auf statt einer Dachluke.

Überlegt euch, ob ihr die Satellitenanlage auf dem Dach tatsächlich ausfahren müsst, wenn draußen Eis und Schnee auf dem Dach liegen. Uns passierte es beispielsweise in diesem Winter beim Besuch der CMT Messe, dass unsere Anlage nicht ausgefahren werden konnte und einen Fehler gemeldet hat. Es war so kalt, dass wahrscheinlich der Motor eingefroren war. Dies mit Gewalt zu ändern, schadet dem Gerät.

Regelmäßiges Lüften ist im Winter Pflicht. Macht dies regelmäßig, kurz und kräftig, zum Beispiel durch Öffnen der Aufbautür und Seitenfenster.

 

 

Schnee auf dem Fahrzeug

Ist es nicht wunderbar, wenn es draußen schneit und man drinnen schön gemütlich im Warmen sitzt? Wenn es denn schneit, dann sammelt sich nicht nur neben dem Auto sondern auch auf dem Dach eine Menge Schnee an. Wird es zu viel, spätestens aber vor der Abfahrt muss der Schnee vom Dach geräumt werden. Dazu ist es hilfreich, mit einer Leiter und einem Besen bewaffnet die Berge nach hinten oder nach vorne weg zu kehren, je nach Beschaffenheit des Dachs. Achtung bei den Aufbauten auf dem Dach: lasst Vorsicht walten, um Solarpanels, Luken und Satellitenanlagen nicht zu beschädigen.

Wichtig ist es außerdem, (Ent-)Lüftungsöffnungen am Fahrzeug schnee- und eisfrei zu halten. Beispielsweise muss der Auslasskamin der Truma-Heizung frei sein. Gerne bildet sich ein Eiszapfen dort, den ihr spätestens vor der Abfahrt entfernen sollt. Den Tipp, dort eine Wäscheklammer hinzustecken, damit sich der Eiszapfen nicht am Fahrzeug bildet, kennt ihr?

Zusätzlich notwendige Ausrüstung für Wintercamping

Dies sind unsere Empfehlung an Dingen, die ihr fürs Wintercamping zusätzlich im Auto haben solltet:

  • Teleskopleiter, wir haben zum Beispiel die Langria 3,2 m *
  • Besen mit langem Stiel
  • kleine, leichte Schneeschaufel, zum Beispiel diese Auto-Schneeschaufel *
  • Winterreifen motiert
  • Passende Schneeketten. Für unsere Reifengröße 225/75 R 16 auf Fiat Ducato haben wir uns für die O-Tec Felgenschutzkette von Ottinger * entschieden. Sie soll für Leichtmetallräder geeignet sein. Wir haben sie allerdings noch nicht im Einsatz testen müssen. Beim Trockentest gelang das Anlegen ganz gut.

 

Sinnvoll und auf gewissen Strecken sogar Vorschrift: passende Schneeketten gehören mit zur Ausstattung beim Wintercamping
Sinnvoll und auf gewissen Strecken sogar Vorschrift: passende Schneeketten gehören mit zur Ausstattung beim Wintercamping

 

Für noch mehr Winterluxus

empfehlen wir das Stöbern in unserem Artikel über warme Füße und warmes Bett. Ihr lest dort, wie wir mit Heizdecke und Heizlüfter noch mehr Winterluxus genießen.

Darüber hinaus empfohlene Ausstattung

Für alle Einsteiger aber auch Fortgeschrittene empfehle ich außerdem unsere Wohnmobil Packliste mit aus unserer Sicht wichtigen Dinge für die Erstausstattung des Wohnmobils.

Zum Weiterlesen: Unsere Winterreisen

Unsere Winter-Wellness-Tour nach Ehrwald am Fuß der Zugspitze

Unsere Winter-Wellness-Tour nach Ehrwald am Fuß der Zugspitze. Toller Campingplatz mit schönen Bade- und Sauna-Angebot. Perfekt für kuschelige Tage im Schnee oder einem aufregenden Ausflug zum Gipfel der Zugspitze.

Tour durch das winterliche Schleswig-Holstein

Eine Bildergeschichte von einer kurzen Tour durch das winterliche Schleswig-Holstein. Ungewohnte Bilder aus Fehmarn, St-Peter-Ording, Nordfriesland.

Oder die weiteren Reiseberichte mit unserem Womi

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